1. Julian Assange ist keines Vergehens angeklagt, weder in Schweden noch in irgendeinem anderen Land der Welt.
[Quelle: @wikileaks]

2. Julian Assange verließ Schweden nicht um sich einer Vernehmung zu entziehen. Am 15. September 2010 erhielt er die Erlaubnis Schweden zu verlassen, nachdem er sich fünf Wochen lang dort aufgehalten hatte um für eine Vernehmung zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen zur Verfügung zu stehen.
[Quelle: Undue delay for Julian Assange’s interrogation]

3. Die Ermittlungen im Fall Julian Assange wurden zunächst fallengelassen; die Beweislage wurde als zu dünn eingestuft, um Ermittlungen zu rechtfertigen. Auf die Intervention eines schwedischen Politikers mit engen Verbindungen zu US-amerikanischen Diplomaten hin, wurden die Ermittlungen von einem anderen Staatsanwalt wieder aufgenommen.
[Quelle: Why is Julian Assange in jail?]

4. Die Beschwerdeführerinnen stimmten dem Geschlechtsverkehr in allen Fällen zu und sie ergriffen keine Initiative, ihn zu beenden. Sie äußerten zu keinem Zeitpunkt eine Ablehnung und erklärten später, sie hätten sich von Julian Assange nicht bedroht gefühlt.
[Quellen: Swedish Police Report und The offences described in the EAW are not extradition offences]

5. Ein Kondom, das von Beschwerdeführerin AA als Beweismittel vorgelegt wurde, und von dem sie angab, dass es von Julian Assange vorsätzlich beim Geschlechtsverkehr beschädigt worden sei, weist keinerlei Spuren von chromosomaler DNA auf, weder von der Beschwerdeführerin noch von Julian.
[Quelle: Overlooked evidence in the Assange trial]

6. Textnachrichten, die zwischen den Beschwerdeführerinnen und ihrem Freundeskreis ausgetauscht wurden, widersprechen den Vorwürfen, die in dem Europäischen Haftbefehl gegen Julian Assange erhoben werden und ziehen diese in Zweifel.
[Quelle: Brief to Canberra Meeting of MPs]

7. Nach dem Zeitpunkt der angeblichen sexuellen Verfehlung
a) erstellte und löschte Beschwerdeführerin AA Beweise (Tweets), die erkennen lassen, dass sie Gefallen an Assanges Gesellschaft fand;
b) ging AA so weit, einer ihrer Freundinnen (Zeugin C) nahezulegen, sie solle auch mit Julian intim werden.
[Quellen: AA: The Twitter Trail, Göran Rudling Witness Statement und Police Statement of Witness C]

8. Die in dem Fall beauftragte Anwaltskanzlei wird von Claes Borgström (Politiker und Anwalt beider Beschwerdeführerinnen) und dem ehemaligen Minister Thomas Bodström geführt. Beide sind Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei in Schweden. Bodström ist mit der Vernehmungsbeamtin der Polizei, Irmeli Krans, befreundet, die die Vernehmung von Beschwerdeführerin SW durchführte.
[Quelle: Irmeli Krans: The Facebook Trail]

9. Die Vernehmungsbeamtin Irmeli Krans ist wiederum mit der zweiten Beschwerdeführerin AA befreundet, zu der sie politische Verbindungen pflegt (Sozialdemokratische Partei). Krans verhielt sich zudem regelwidrig, indem sie sich in sozialen Online-Netzwerken negativ zu Assange äußerte.
[Quelle: Irmeli Krans: The Facebook Trail]

10. Die schwedische Staatsanwältin, Marianne Ny, weigerte sich, Assange und seinen Anwälten Informationen zu den Vorwürfen gegen ihn in schriftlicher Form zur Verfügung zu stellen. Dies ist ein Verstoß gegen die schwedische Strafprozessordnung (RB 23:18), die Europäische Menschenrechtskonvention (Artikel 5) und die Charta der Grundrechte der Europäischen Union. Die Staatsanwaltschaft schlug auch alle freiwilligen Angebote für eine Zusammenarbeit im Rahmen gegenseitiger Rechtshilfe aus, wie etwa die Nutzung alternativer Verfahren um Julian Assange zu vernehmen.
[Quellen: Fair Trial for Julian Assange? und Abuse of Process: Disproportionate use of EAW and INTERPOL Red Notice]

11. Sowohl der Europäische Haftbefehl als auch die Interpol Red Notice für Assange wurden pünktlich kurz vor Beginn der Cablegate-Publikation ausgestellt.

[Quelle: Brief to Canberra Meeting of MPs]

12. Die Handlungen, die Julian Assange vorgeworfen werden, sind weder in Australien noch in Großbritannien strafbar.
[Quelle: The offences described in the EAW are not extradition offences]

13. Im Falle einer Auslieferung nach Schweden würde Julian Assange – auch ohne Anklage – in Einzelhaft und in Isolation genommen. Für die Untersuchungshaft gibt keinerlei zeitliche Begrenzung. Das Gerichtsverfahren würde unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.
[Quelle: Fair Trial for Julian Assange?]

14. Das schwedische Rechtssystem setzt Laienrichter ein, die nach politischen Zugehörigkeiten ausgewählt werden. Diese verfügen über keine formale juristische Ausbildung.
[Quelle: Lay Judges]

15. Schweden hat die höchste Pro-Kopf-Rate von Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Bezug auf Artikel 6.1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (Recht auf ein faires Verfahren).
[Quelle: Fair Trial for Julian Assange?]

Übersetzung aus dem Englischen.

Original: http://wlcentral.org/node/2429

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